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An der Ostküste

 

 

 

Eine Busfahrt die ist lustig! Besonders, wenn in Mt. Isa im Queensland-Outback das größte Rodeo der südlichen Hemisphäre stattfindet. Dann fahren nämlich die heruntergekommenden Cowboys und Möchtegern-Cowboys aus Tennant Creek (die Stadt, wo wir unser Auto verloren) mit dem Bus dahin. Und ihre Pferdedecken haben sie auch alle dabei. Hätte ich dem Busfahrer nicht gesagt, dass er die Klimaanlage anschmeißen soll, hätte Steph die Fahrt wohl nicht überstanden. Oder einer der Stinketypen nicht! Außer, dass wir unterwegs noch einen betrunkenen Aborigines an einem Roadhouse mitten im Nichts rausschmeißen mussten, gab es dann keine weiteren Vorkommnisse mehr. So kamen wir also nach 26 Stunden und 2.000 Kilometern morgens um halb zwei einigermaßen gerädert an unserem Bestimmungsort in Cairns an.


Man muss wissen: Die Tropenstadt Cairns ist eine der Travellerhochburgen an der Ostküste. Abends ist hier ziemlich was los. Da sich der Busbahnhof genau in der Innenstadt befindet, standen wir also mit unserem Zeug inmitten sturzbetrunkener Teenies. Und wir hatten nicht wenig Gepäck! Schon beeindruckend, was sich in zehn Monaten mit eigenem Auto alles so ansammelt. Zwar hatten wir schon viele unserer Sachen verkauft und weggeschmissen. Trotzdem hatte Steph (zusätzlich zu unseren drei Rucksäcken) noch eine Tasche mit dem restlichen Kram gepackt, die wohl um die 50 Kilo wog! Damit war unser Bewegungsradius extrem einschränkt. Zu allem Glück fing es auch noch an zu regnen! Meine tolle Idee, dass Hostel für die Nacht zu sparen, stellte sich als mäßig gut heraus (Wenn ich einmal sparen will!). Egal! Irgendwann graute der Morgen und wir nahmen ein Taxi, um unseren feudalen Campervan abzuholen.


Die nächsten Tage verliefen so, wie man sich das vorstellt. Wir hatten super Wetter! Nachdem wir Cairns und das Drumherum erkundet hatten, ging es immer an der Küste weiter Richtung Süden. Und es machte echt Spaß hier entlang zu fahren. Die ganze Strecke war gesäumt von riesigen Zuckerrohrfeldern. Die Berge waren bestanden mit tropischem Regenwald. Die Strände waren gesäumt mit Palmen. Nach der langen Zeit im Outback war es wie im Paradies. Wir machten Stopp in Townsville, das uns sehr gut gefiel, waren Schnorcheln bei den Whitsundayislands im Great Barier Reef und besuchten ein paar kleine Museen in kleinen Städten (Ich mag das!). Irgendwann landeten wir kurz vor Brisbane im Australia Zoo an. Das ist der Zoo, den der weltbekannte „Crocodile Hunter“ Steve Irvin gegründet hat. Nachdem er letztes Jahr einem Mantarochen etwas zu nahe kam, führt seine Frau das „Familienunternehmen“ weiter. Wir saßen gerade in der Krokodilshow, da passierte es. Die Kamera machte komische Geräusche und schoss nur noch unscharfe Bilder. Es wurde hier probiert und da gerätselt, ja und dann: Dann waren auf einmal alle Fotos der letzten zehn Tage weg. Fragt nicht, wie – jedenfalls wurden sie NICHT aus Versehen gelöscht! Auch in zahlreichen Fotostudios konnte uns niemand helfen: „Irgendwie sind die Dateiformate geändert worden und können nicht wieder hergestellt werden.“ Danke für die Info! Wir hoffen immer noch auf Deutschland. Vorerst sind die Bilder jedoch weg. Das einzig Positive: „Es“ geschah, während Steph an der Kamera rumprobierte. Nicht auszudenken, wenn mir das passiert wäre…


Ganz nebenbei erwähnt, mussten wir auch eine neue Kamera kaufen. Summiert man das mit den zusätzlichen Kosten für die Bustickets und den Campervan, und kalkuliert den verlorenen Erlös für das (funktionierende) Auto mit ein, sind wir nun weit davon entfernt in Luxus zu schwelgen. Hinzu kam, dass es bei unserer Ankunft in Brisbane anfing zu regnen. Und es sollte die nächsten drei Tage auch nicht mehr aufhören! Einen Abend konnten wir bei alten Bekannten aus unserer Tasmanienzeit unterkriechen. Die Potsdamer Mädels Anett und Jinny (eigentlich war´s nur Anett) hatten was Nettes gekocht. Danke nochmal Mädels!!! Wir sehen uns bald! Die restlichen zwei Abende auf dem Weg nach Sydney saßen wir jedoch abends im unbeheizten Campervan und versuchten uns mit Wein warm zuhalten.


Tja, und dann waren wir da… Zurück in Sydney! Da, wo alles angefangen hat. Ist schon ein komisches Gefühl, wenn man an die ersten Tage zurückdenkt. So ganz neu in einem fremden Land. Jetzt ist alles anders! Wir haben die Weisheit mit Löffeln gefressen und belächeln die Frischlinge, die sich in den Backpackerkneipen ins Koma trinken. Dann gehen wir so durch die Strassen, und wer quatscht uns von der Seite an? Jonas, mit dem wir quasi die ersten zwei Wochen zusammen verbracht haben. Außerdem haben wir Daniel und Johanna wieder getroffen – zum dritten Mal! Australien ist auch nur ein Dorf. Von den beiden haben wir auch ein paar Ostküstenbilder bekommen. Danke Leude!!! Sie hatten den Trip kurz vorher gemacht. So haben wir wenigstens ein paar Eindrücke für euch zu Hause.


Insgesamt waren wir fünf Tage in Sydney. Am letzten Abend haben wir in Kings Kross ein böhmisches Restaurant entdeckt. Dort habe ich mein erstes sehr gutes Bier nach zehneinhalb Monaten getrunken: Eine in Tschechien abgefüllte und nach Australien exportierte Flasche „Pilsener Urquell“. Das war ein Geschmackserlebnis allererster Güte. Die tschechischen Wirte waren sehr dankbar für die ungewöhnliche Bestellung. Es muss frustrierend sein, wenn man den Keller voll Spitzenpilsner hat und die Gäste nur Cola Rum ordern. Am nächsten Morgen saßen wir im Flieger nach Neuseeland. Steph hat im Internet wieder einen supergünstigen Campervan gebucht – diesmal aber mit Heizung!


11.09.2007 

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